Miri fragt:

Was wolltest du mal werden? Oder stand immer fest: „Ich werde Autorin.“?

Darüber musste ich jetzt etwas länger nachdenken. Geht ja gut los!

Aber wenn ich ehrlich bin, war dieses „ich werde Schriftstellerin!“ schon früh bei mir angelegt. Ich war als Kind eine Geschichtenerzählerin, und wenn mir mein Umfeld nicht zuhören wollte oder konnte (was ich verstehen kann, wer will das schon bei einem kleinen Wasserfall wie mir?), habe ich mir selbst diese Geschichten erzählt. Meine liebsten Hausaufgaben waren immer die freien Aufsätze. Als wir in der 2. Klasse einen Aufsatz über eine Schatzsuche schreiben sollten, erfand ich den kurzsichtigen, aber dennoch gefährlichen Kraken Paul, der einen Goldschatz in einem versenkten Piratenschiff bewachte. Die Geschichte war fünfeinhalb DIN A4-Seiten lang.

Vielleicht nahm es da seinen Anfang.

Natürlich kam mit elf, zwölf noch die übliche Verirrung hinzu – Tierärztin! Da ich aber kein Blut sehen kann und es auch Tiere gibt, die mir Respekt einflößen, war das dann irgendwie auch nur eine Schnapsidee unter vielen.

In der Oberstufe, als sich alle so langsam Gedanken darüber machten, was sie nach dem Abitur machen wollten, war ich in meinem Entschluss gefestigt. Auf jeden Fall was mit Büchern, idealerweise selbst schreiben. Zum Glück habe ich kluge Eltern, die mir damals erstmal nahelegten, eine Ausbildung zu machen. So wurde ich Buchhändlerin. Das Schreiben aber blieb, es wurde immer mehr, und ich begann auch, Manuskripte an Verlage zu schicken, die mein geniales Talent komischerweise nicht auf Anhieb erkannten (was übrigens normal ist, unter uns). Der Durchbruch kam mit Ende zwanzig, als ich meinen ersten historischen Krimi schrieb, meine Agentin kennenlernte und sich die Verlage um das Manuskript rissen. (Ja, wirklich!)

Mein Mann, den ich schon kurz vor dem Abitur kennenlernte, sagte später oft, er habe es toll gefunden, wie sicher ich damals schon gewusst habe, was ich will.

Und heute? Will ich es immer noch und immer wieder. Geschichten erzählen. Mehr nicht. Wenn ihr sie gerne lest, wenn ich euch in diese Fantasiewelten entführen kann, ist das der schönste Job der Welt!

* Über Facebook habe ich euch gebeten, mir Fragen zu stellen – über das Schreiben, das Leben und all das dazwischen. Diese Fragen werde ich nach und nach hier im Blog beantworten. Falls du auch Fragen hast, stell sie einfach in den Kommentaren oder schreib mir über Facebook oder das Kontaktformular.