Ich schrieb beim letzten Mal recht begeistert davon, wie simpel es ist, wenn ich mit der Schneeflockenmethode plotte. Das funktionierte für mich hervorragend bis ungefähr zur Mitte dieser Methode. So ab Schritt 6/7 wurde es aber mühsam für mich. Ich erzähle euch mal, warum das so ist und welche Konsequenz für mich daraus erwuchs.

Was gut funktionierte an der Schneeflockenmethode waren die ersten Schritte. Also ein Satz, der die Geschichte umreißt, kleine Charakterstudien, ein ganzer Absatz und so weiter. (Wer mehr über die Methode lesen möchte, dem lege ich diesen informativen Wikieintrag beim dsfo nahe: Schneeflocken-Methode.) Vorher habe ich mich einfach hingesetzt und losgeschrieben, was ja auch sehr gut funktioniert hat, wobei ich mich aber regelmäßig in der Mitte verheddert habe. Was nicht schlimm war, es wurde nur schwieriger, die Geschichte so zu erzählen, wie ich sie erzählen wollte. Vorbereitung ist alles.

Hier schaffte ich also eine Synopsis, ich konnte mir über die Motivation der Figuren klar werden, ich sah vieles schon sehr deutlich vor meinem inneren Auge. Die Finger juckten schon. Dann kam ein Schritt, bei dem man aus fünf Absätzen (ungefähr eine Seite) eine Inhaltsangabe über ca. 4-5 Seiten machen sollte, dicht gefolgt von den Charakterbögen aller Beteiligten.

Uff. Äh, nein. Da habe ich kapituliert. Ich war von so viel Vorarbeit überwältigt, und vielleicht ist das nur logisch, wenn man die ersten zwanzig Jahre seines Schriftstellerlebens nur „from the pants“ (also aus dem Bauch heraus) geschrieben hat. Die Vorstellung, jedes winzigste Fitzelchen meines Romans schon jetzt aus mir herauszukitzeln, bevor ich auch nur einen Satz geschrieben habe, fand ich – vorsichtig formuliert – lähmend. Ermüdend. Wo bleibt da die Spannung beim Schreiben? Wo bleibt der Spaß, die Überraschung?

Ich übersprang also diese beiden Schritte und ging zum Szeneplan weiter. Da schreibt man dann, was in den einzelnen Szenen passiert, und ich merkte, dass mein Roman entweder schwach auf der Brust ist (und dann wäre er nach 200 Seiten schon zu Ende, was ich persönlich ja sehr schade fände!) oder schlicht das Überraschungsmoment der Nebenhandlungen noch in meinem Unterbewusstsein vergraben ist. Jedenfalls kam ich auf knapp 50 Szenen. Die schrieb ich auch brav auf, es dauerte eine ganze Woche, die ich abends damit zubrachte (und leise vor mich hin fluchte, weil ich immer noch keine Ahnung hatte, ob mich das auch nur annähernd zum Ziel bringen wird). Das ist der aktuelle Stand. Ich habe einen Szenenplan, ich habe meine Protagonisten, deren Charakterbögen ich beim Schreiben ausfüllen werde (Haarfarbe, Augenfarbe, usw. – ihr wisst schon!), ich habe einen straffen Zeitplan, der mir wie ein Gummiband vermutlich schon in einer Woche um die Ohren fliegen wird. Ich habe Lust auf dieses Buch und hoffe, dass nicht nur die Lust mitspielt (dank meiner Vorarbeit), sondern auch die Zeit, denn „nebenher“ muss ich ja aktuell noch eine Übersetzung fertig machen. Und danach ein Verlagsbuch schreiben, uff.

Das soll aber nicht vom Wesentlichen ablenken. Ich bin soweit! Ich schreibe bald los! Ist das aufregend oder ist das aufregend? Die Newsletterabonnenten haben schon einen kleinen Ausblick aufs Cover und auf den Titel bekommen – und wenn’s mit dem Schreiben so gut klappt, werde ich euch schon bald einen kleinen Ausblick auf den Inhalt bieten und schnellstmöglich auch eine XXL-Leseprobe. Der Countdown läuft, meine Lieben, und ich bin so aufgeregt!

Erwähnte ich, dass ich aufgeregt bin? Nein? 😉 Ach!