Da bin ich wieder. Heute möchte ich über etwas schreiben, das mir schon länger richtig schwer im Magen liegt. Das mir leider allzu oft passiert. Ich nenne es mal ganz vorsichtig „das Momentum verlieren“. Das ist ein Begriff, der gern in der Football-Berichterstattung verwendet wird, weil da manchmal ein Spiel in kürzester Zeit gedreht werden kann – einfach weil die zurückliegende Mannschaft ein „momentum shift“ erlebt. Sie punkten, erobern kurzfristig den Ball wieder und dann geht dem führenden Team der Arsch auf Grundeis, was dann zu noch mehr Fehlern führt. (Zum Thema Football in Kürze mehr – ich liebe Football!)

Ich war im November also das Team, das ganz bequem vorne lag, sich einmal nicht umschaute und plötzlich droht, das Spiel doch noch zu verlieren. Aufs Schreiben übertragen sah das so aus: Ich startete gut gelaunt in den November. Ich hatte schon einige Kapitel geschrieben und den Roman prima durchgeplottet. Es lief richtig, richtig gut. Ich stellte mir vor, wie ich euch zu Weihnachten was Neues unter den Baum legen würde.

Tja, und dann passierte es.

„Es“ – das Leben. Und so vieles mehr.

Erst mal vollendete ich eine Übersetzung: 

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– und anschließend ging’s sofort mit der Redaktion weiter. Und kaum war die im Kasten, fing ich an, einen Roman zu schreiben, den ich euch in Kürze noch ausgiebig vorstellen werde, denn den schreibe ich für einen Verlag. Kein Problem, dachte ich. Morgens das eine, abends das andere.

Doch ein Problem.

Ich habe nämlich nicht nur diesen Job, den ich von Herzen liebe, sondern auch eine kleine Tochter, einen Mann, einen Haushalt, und von Hobbys will ich gar nicht anfangen. Ich schrieb, ich kämpfte – und dann war da das Ding mit dem Momentum. Wenn man raus ist, ist man raus.

Darum habe ich im November nicht so viel geschafft.

Aber!

Ich habe den „anderen Roman“ geschrieben, und da lief es echt gut. Dafür kann ich mir jetzt nix kaufen, ist mir schon klar. Trotzdem bin ich darüber sehr froh, denn das ist auch wichtig. Und ich habe das kleine Mädchen betreut, das noch nicht in die Kita geht und gerade ein bisschen viel Zuspruch braucht. Auch dafür will ich mir viel Zeit nehmen, klar.

Und dann kam die Sehnenscheidenentzündung, weil ich das kleine Mädchen so viel getragen habe. Dicht gefolgt von einer fiebrigen Erkältung. Und nun sitze ich hier, kaum Stimme, schlapp, der Winter macht mich ein bisschen traurig (mich! Das ausgewiesene Winterkind!) und ich möchte eigentlich nur noch schlafen. Hm.

Den Blick auf meine Verkaufszahlen vermeide ich dieser Tage. Was da monatlich reinkommt, reicht vielleicht für ein Essen im Imbiss. Für zwei, maximal. Das sah auch schon anders aus, und ich frage mich dann insgeheim, ob es überhaupt noch mal anders aussehen wird oder ob ich mich umsonst abstrample. Ich weiß, das sind doofe Gedanken. Aber schreiben nur um des Schreibens willen funktioniert nicht, wenn das Schreiben der Beruf ist. Ich hoffe, ihr versteht diese Gedanken.

Aber ich will auch diesen Roman schreiben. Und die neuen Obsessed-Romane, und, ach ja, erzählte ich von der neuen Reihe, die ich für September/Oktober plane? Das alles *will* ich schreiben, aber ich weiß nicht, ob das so schnell klappt. Oder nein; ich weiß, so schnell wird das nichts. Ihr werdet euch noch ein wenig gedulden müssen.

Ich muss vor allem die Geduld mit mir haben.

Und darauf hoffen, dass ich das Momentum zurückerlange. Dass ich die Kraft wieder habe. Morgen. Heute muss ich nämlich schon ins Bett. Weil Pausen auch wichtig sind. (wichtigste Erkenntnis von allen!)

Ihr Lieben, das ist jetzt ganz schön lang und gar nicht so positiv und fröhlich, wie ich eigentlich sein möchte. Das wird sich vielleicht auch bis Februar nicht ändern. Aber vielleicht habt ihr ein paar Tipps für mich? Nicht, wie ich das Momentum zurückerlangen kann – obwohl, wenn ihr da Tipps habt, nur her damit! – sondern eher: Wie kommt ihr über die dunklen Wochen und Monate? Wie übersteht ihr November, Dezember und Januar, ohne von diesem Dunkel verrückt zu werden?